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Das Profil des Wohnheims


Das Wohnheim gehört einer gemeinnützigen Stiftung, die den Namen der Stifter, des Ehepaares Keller-Thoma, trägt.
Der Verwaltungsrat wird vom Vorsitzenden der Stiftung geleitet.
 
Grundgedanke
 
Wir sind ein evangelisches Wohnheim, in dem Studierende aus aller Welt und verschiedene Konfessionen in Heidelberg- Neuenheim wohnen. Wir bieten günstigen Wohnraum in einer der schönsten Stadtviertel Heidelbergs im Sinne des Stiftergedankens.
Unsere christliche Ausrichtung zeigt sich in einer offenen, sozial ausgerichteten Gemeinschaft. Wir wollen füreinander da sein, uns unterstützen und in aller Verschiedenheit voneinander lernen.
Um die Besonderheit des Hauses auch nach Außen zu tragen, die eigene Identität zu stärken und auch weiterhin wirtschaftlich schlechter gestellten jungen Menschen ein Studium in Heidelberg zu ermöglichen steht das Zusammenleben auf drei Säulen:

1. Evangelische Ausrichtung

2. Diakonisches Engagement

3. Demokratische Selbstverwaltung

 
Evangelische Ausrichtung
 
Die evangelische Ausrichtung, die das Wohnheim im Sinne ihrer Stifter vertritt, ist für das Zusammenleben im Haus äußerst förderlich. Evangelisch meint in diesem Sinne, dass ein kritischer Geist gefragt ist, der sich mit den Problemen unserer Zeit auseinandersetzt und auch im Dialog mit anderen Religionen steht. Deswegen wird beim Auswahlverfahren für neue Mitbewohner und Mitbewohnerinnen darauf geachtet, dass Studierende aufgenommen werden, die z.B. neben ihrem Philosophie- oder Theologiestudium auch Judaistik oder Islamwissenschaften studieren. Einmal im Semester findet ein hausinterner ökumenischer Gottesdienst statt, an dem sich viele Studenten rege beteiligen und der auch von der Hausleitung aktiv unterstützt wird. Es gibt darüber hinaus einen biblischen Hauskreis, der von den Studierenden iniitiert und getragen wird. Es werden biblische Texte besprochen und immer auch auf ihre konkrete Umsetzung diskutiert. Dieser Zusammenhang, der keine einseitige religiöse Perspektive verfolgt, beruft sich immer auch auf eine evangelische Mündigkeit, die die Stiftung vertritt.
 
 
Diakonisches Engagement
 
Eine Säule, auf der das Studentenwohnheim der Keller-Thoma-Stiftung steht, stellt das Diakonische Engagement dar. Ziel dieser Säule ist es, die evangelische Ausrichtung durch Engagement im diakonischen Bereich in gelebte Praxis zu übersetzen.
 
Seit dem Wintersemester 08/09 werden von einem eigens für die Organisation der Aktivitäten gewählten studentischen Referat eine breit gefächerte Angebotspalette der lokalen diakonischen Träger (bspw. Diakonie, Stadtmission) eingeholt. Studierende engagieren sich in der Johannesgemeinde Neuenheim, bei den „Diakonischen Hausgemeinschaften“, in der Pflegeheimat St. Hedwig oder in der Plöck im „Manna“. Dies sind nur einige Vorschläge, wie sich das Diakonische Engagement gestalten lässt. Alle weiteren Ideen sind herzlich willkommen und können eingebracht werden!
 
 
Demokratische Selbstverwaltung
 
Zu den Besonderheiten des Keller-Thoma-Wohnheims zählt die demokratische Selbstverwaltung, die unter den kirchlichen Wohnheimen in Heidelberg in dieser Hinsicht einzigartig ist. Ziel der Selbstverwaltung ist es, demokratisches und gemeinschaftsorientiertes Handeln auch während des Studiums zu leben. Der im evangelischen Sinne kritische Geist besteht auch in einem Übernehmen von Verantwortung für sich und andere. Wir teilen den Gedanken, dass unter evangelischer Freiheit kein Zustand beschrieben wird, sondern eine ein für allemal geschenkte Möglichkeit, im Sinne der christlichen Nächstenliebe in diesem Leben zu bestehen und auch für das Gute einzustehen. Neben der Freiheit zum Tun des Guten liegt uns an einer Freiheit von Vorurteilen, Freiheit von religiöser Einseitigkeit und Intoleranz, die das Zusammenleben der christlichen Konfessionen und Religionen behindern würden. Der Vielfalt der in unserem Haus vertretenen Konfessionen und Religionen entsprechend wollen wir einer ökumenischen Gesinnung Rechnung tragen.
 
Viele Arbeiten, die anderswo zentral organisiert sind und ausgelagert werden, übernehmen hier die Studierenden selbst. In sog. Hausreferaten übernehmen die Studierenden vielfältige an individuellen Interessen orientierte Aufgaben (Stille Zeit, Sprachreferat, Kochreferat, Fahrradreferat, Umweltreferat, Frühstücksdienst, Barreferat, Studentische Vertretung, Gartenreferat). Dieser starke Fokus auf die Selbstverwaltung macht einen großen Teil der Atmosphäre des Hauses aus und unterstreicht die Idee, dass eine Gemeinschaft, wie das Wohnheim, aus vielen Gliedern besteht, die alle gebraucht werden. (1. Korinther 12,21-25)
 
Zwei studentische Vertreter/innen sind regelmäßig an den sog. Verwaltungsratssitzungen beteiligt, um die Interessen der Studentenschaft bei der Verwaltung des Wohnheims und der Stiftung zu vertreten, an Beschlüssen mitzuwirken und die Bewohner/innen über die aktuelle Lage des Wohnheims informieren zu können. Mindestens ein Mal pro Semester findet zudem die sog. Heimvollversammlung statt, auf der eine gemeinsame Auswertung des vergangenen Semesters erfolgt und wichtige Weichenstellungen für das kommende Semester beschlossen werden. Auf der Heimvollversammlung werden alle Bewohner/innen über aktuelle Ereignisse rund um das Wohnheim informiert. Die Bewohner/innen diskutieren gemeinsam mit der Heimleitung und der Verwaltung Probleme und beschließen Maßnahmen zu deren Lösung. Dazu gehört auch, dass die Bewohner/innen Feedback an die Verwaltung, die Heimleitung und die Referentinnen und Referenten geben und umgekehrt. Außerdem erfolgt hier jeweils die Neubesetzung der Hausreferate.